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Vorarlberger Nachrichten - 31.10.2008
Sternstunde der modernen Oper


Zur Liebe seines Lebens nicht durchdringen zu dürfen, von den Zeitgenossen nicht anerkannt zu werden, dieses tragische Schicksal brachte den norwegischen Landschaftsmaler Lars Hertervig (1830-1902) an den Rande des Wahnsinns. Der norwegische Dramatiker und Romancier Jon Fosse nahm diesen bewegenden Stoff zur Grundlage seines Romans "Melancholia". Für den Komponisten Georg Friedrich Haas destillierte er daraus das Libretto zur gleichnamigen Oper.

Das Drehmoment zu fokussieren, in dem die tragische Normalität hin zum Wahnsinn, also in den transzendentalen Bereich abrutscht, das könnte eine Frage sein, die sich der Komponist stellte. Auf diesem schmalen Grat spaziert Otto Katzameier als Lars Hertervig. Musikalisch hat Haas die Antwort gefunden. Ein massiver Einsatz im Obertonbereich lassen die grelle Welt des zum Scheitern verurteilten Künstlers erkennen. Diesen schier unfassbaren Klangteppich legt er über die entzweite Welt des Lars Hertervig.

Zielgenau

Das an sich minimale Geschehen hat genug Kraft in sich, um die eineinhalbstündige Oper zu tragen. Anstatt dem psychischen Ausnahmezustand des Künstlers ein buntes Bild aufzusetzen, bleibt die Inszenierung von Stanislas Nordey behutsam und beschränkt sich im Grunde auf die Verstärkung des Librettos, zielt dabei aber genau auf die Fragen des Abends ab: "Warum darf ich nicht lieben - die, die ich für die Richtige halte, warum darf ich nicht malen - so wie es mir bestimmt ist." Das Grazer Publikum war sich bei den Aufführungen im Klaren, eine Sternstunde der modernen Oper erlebt zu haben.







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